Cold Brew – mehr als kalter Kaffee

[Anzeige/Werbung] Cold Brew heißt wörtlich übersetzt “kaltes aufbrühen”, was offensichtlich nach einem Widerspruch klingt. Wie kann ein Kaffee kalt gebrüht werden, wo das Wort Brühen doch „etwas mit kochendem Wasser übergießen“ bedeutet? Dafür gibt eine ganz einfache Erklärung. Bei der herkömmlichen Kaffeezubereitung werden heißes Wasser und Kaffeepulver in kürzester Zeit in Kontakt gebracht. Die Abgabe der Kaffeearomen an das Wasser funktioniert bei dieser Temperatur sehr schnell. Beim Cold Brew Kaffee hat das Wasser hingegen nur Zimmertemperatur. Die Kaffeearomen können zwar auch ohne Hitze extrahieren, der Vorgang dauert jedoch länger. Die zeitliche Empfehlung liegt bei mindestens 8 Stunden, noch besser sind 12 Stunden. Der Cold Brew Kaffee erhält dadurch einen ganz anderen Charakter. Puristen genießen ihn klassisch in einem schweren Glas auf Eis. Er kann aber auch mit Milch oder Milchalternativen verfeinert und sogar für Cocktails verwendet werden. In diesem Bericht warten einige Rezepte auf euch. 

Zubereitung


  1. Grob gemahlenen Kaffee in ein Gefäß geben (meine Empfehlung: 10 Gramm Kaffee je 100 ml Wasser)
  2. Frisches, klares Wasser zufügen
  3. Das Gemisch gut umrühren 
  4. Bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank 12 Stunden ziehen lassen (Richtwert)
  5. Den Kaffee Ausfiltern
  6. Gekühlt und verschlossen aufbewahren  (z.B. in einem Einmachglas)

Die beiden Parameter Ziehzeit und Kaffee-/Wassermenge sind variabel. Sie sind abhängig von eigenen Geschmack und können nach Bedarf variiert werden. Erlaubt ist, was schmeckt. Natürlich spielen auch die Sorte des Kaffees, sein Mahlgrad und die Qualität des Wassers eine Rolle. 

Am einfachsten gelang mir die Zubereitung mit der French Press. Kaffee und Wasser verbinden sich darin optimal, so dass ein starker Cold Brew entsteht. Das Ausfiltern mit dem Handfilter funktioniert problemlos. Als zweite Variante habe ich den Cold Brew Kaffeebereiter der deutschen Marke Silberthal ausprobiert. Die massive Glaskaraffe fasst 1 Liter Flüssigkeit. Meiner obigen Rezeptur entsprechend wollte ich 100 Gramm Kaffee in den Kaffeefiltereinsatz füllen. Leider war nach 50 Gramm Schluss, denn mehr passte nicht hinein. Folglich wollte ich die Wassermenge ebenfalls um die Hälfte reduzieren. Direkt tat sich das nächste Problem auf. Der Kaffeefiltereinsatz wird in den Deckel geschraubt. Er grenzt bei dieser Bauweise nicht an den Boden, sondern schwebt einige Zentimeter darüber. Das Wasser im unteren Teil der Karaffe kommt somit nicht mit dem Kaffeefilter in Berührung. Der obere Teil des Kaffeefilters ragt wiederum nicht bis ins Wasser, wenn die Karaffe nur zur Hälfte befüllt wird. Mir blieb daher nichts anderes übrig als die Karaffe doch komplett zu befüllen. Da der Kaffeefilter so arg feinmaschig ist, kam der Kaffee gar nicht richtig mit dem Wasser in Verbindung. Erst nach einer Ziehzeit von über 24 Stunden (!) färbte sich das Wasser so braun, dass es optisch einem Kaffee ähnelte. Auf dünnen Kaffee hatte ich mich bereits eingestellt, aber dieser war regelrecht wässrig und ungenießbar. Die Reinigung des Filtereinsatzes war aufgrund der schmalen Öffnung genauso schwierig wie das Befüllen. Leider sind der Kaffeebereiter von Silberthal und ich keine großen Freunde geworden. Da hilft auch nicht die integrierbare Eiswürfelform. Ich kann hinsichtlich der Zubereitung des Cold Brew Kaffees daher unbedingt die French Press empfehlen. 

Rezepte


Cold Brew Classic

5 CL Cold Brew

5 CL Wasser

Eiswürfel

nach Geschmack 1 Schuss Milch


Cold Brew 43

4 CL Cold Brew

4 CL Wasser

2 CL Licor 43

Eiswürfel

nach Geschmack 1 Schuss Milch


Cold Brew Tonic

5 CL Cold Brew

5 CL Wasser

4 CL Tonic Water

Eiswürfel

1 Orangenscheibe


Cold Brew Russian

4 CL Cold Brew

2 CL Wasser

2 CL Wodka

2 CL Sahne

Eiswürfel


Cold Brew Vanilla Spritz

2 CL Cold Brew

1 CL Vanillesirup

Eiswürfel

mit Sekt auffüllen


Cold Brew Amarula

2 CL Cold Brew

2 CL Amarula

Eiswürfel


Cold Brew Plombir (Eiskaffee)

200 ml Cold Brew

2 Kugeln Plombir (oder ein anderes Eis)

Schlagsahne

Kakaopulver

Kalter Kaffee ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Es fehlt das wohlige und warme Gefühl, welches man von einem heißen Kaffee kennt. Dafür ist der Cold Brew besonders an warmen Tagen ein absoluter Wachmacher und sorgt für einen echten Energieschub. Da er hochkonzentriert ist, schmeckt er besonders aromatisch und intensiv. Falls der Geschmack zu dominant wird, kann der Kaffee selbstverständlich mit Wasser oder Eiswürfeln gestreckt werden. Cold Brew enthält viel weniger Säure und Bitterstoffe als herkömmlicher Kaffee. Er ist daher auch für Menschen mit empfindlichem Magen bekömmlich. Die Zubereitung dauert etwas länger und erfordert eine gewisse Planung. Dafür ist der Cold Brew aber auch lange haltbar ohne sein Aroma zu verlieren. Im Kühlschrank kann er rund 10 Tage aufbewahrt werden, ist also besonders gut auf Vorrat herzustellen. Die Herstellung erfolgt ohne Energieaufwand. Das spricht für sich. Ich sehe den Cold Brew als ganz tolle Ergänzung meiner ‚Kaffee-Routine‘. Er ist die ideale Basis für leckere Drinks.