Unholy Ground in Frankfurt

Am 15.02.2014 fand das zweite Konzert der Deutschlandtournee von Sunrise Avenue in der Frankfurter Festhalle statt. Diese hatte am Vorabend in Stuttgart begonnen und stand ganz unter dem Motto des aktuellen Albums “Unholy Ground”. Das vierte Studioalbum der Nordlichter aus Finnland war im Herbst 2013 von Null auf Platz 3 in die offiziellen deutschen Album-Charts eingestiegen. Bereits viele Stunden vor dem offiziellen Einlass-Termin reihten sich die Ticketinhaber in einer hundertmeterlangen Schlange vor der Festhalle. Es wurde gemunkelt, dass einige ganz Verrückte bereits am Vorabend vor der Halle ihre Lager aufgebaut hatten. Zum Leidwesen vieler minderjähriger Teenies wurden Ausweiskontrollen durchgeführt, so dass man sie verzweifelt weinend mit ihren Eltern telefonierend erleben konnte. Mit aller Kraft wurde auf die Tränendrüsen gedrückt um noch schnell die zum Einlass benötigte schriftliche Zustimmung der Erziehungsberechtigten zu bekommen. Grundsätzlich war das Publikum aber bunt gemischt: Männlein und Weiblein aller Altersklassen füllten die mit knapp 13.500 Zuschauern ausverkaufte Festhalle. Nachdem sie alle ihre Steh- und Sitzplätze eingenommen hatten, lieferten die beiden Vorbands “Ryan Keen” und “My First Band” einwandfreie Darbietungen ab und heizten die Stimmung gut ein. Pünktlich um 21 Uhr betraten dann die heißersehnten Jungs von Sunrise Avenue rund um Frontmann Samu Haber die zweistöckige Bühne. Auf der hinteren Ebene wurden der Schlagzeuger Sami Osala und der Keyboarder Osmo Ikonen platziert, vorne nahmen der Gitarrist Riku Rajamaa und der Bassist Raul Ruutu an den Seiten von Sänger Samu Haber ihre Plätze ein. Nach einem Kurzfilm auf der Großbildleinwand eröffneten die Finnen die Show mit dem Song “Unholy Ground”, welcher der Tour ihren Namen verlieh. Anschließend folgten das rockige “I Can Break Your Heart” und der 2013er Radio-Hit “Lifesaver”, bei dem das Publikum lauthals mitsang. Bei “Afraid Of The Midnight” lief auf der Leinwand ein Wolf der Dunkelheit davon, bei “Little Bit Love” war ein romantischer Sternenhimmel zu sehen. Mit seinem charmanten deutsch-englischen Sprachmix und seinem holprigen Satzbau begrüßte Samu Haber seine Gäste. Seine Deutschkenntnisse waren zwar besser denn je, dennoch ist ein nordischer Akzent geblieben, welcher die weiblichen Gäste zum kreischen brachte. Durch seine sympathisch tiefe Stimme war die “Hühnerhaut” bei den Fans deutlich zu spüren. Der attraktive blonde Finne mit den blauen Augen eroberte die Herzen der Fans im Sturm. Bei der insgesamt 100minütigen Show gaben die Poprocker insgesamt 18 Songs zum besten. Das neue Album wurde mit 11 Songs komplett performt, die restlichen 7 Songs waren ein Best Of der alten Hits. Nach “Aim For The Kill” folgten “Angels On A Rampage” und “Forever Yours” mit einem tollen Gitarrensolo von Riku Rajamaa als Intro. Beim Klassiker “I don’t dance” tanzte und klatschte die ganze Festhalle. Ruhiger wurde es dann wieder bei “Don’t Cry” und “Girl Like You”. Letzterer Song wurde von Samu Haber auf einem Barhocker performt, nur begleitet von Osmo Ikonen am Klavier, und war ein kleines Highlight. Bei “If I Fall” schwebten auf der Leinwand viele Gesteinsbrocken im flammenden Lava, bei “Letters In The Sand” spielte der Gesang des Publikums wieder eine große Rolle. Den Song “Out Of Tune” kannte hingegen längst nicht das ganze Publikum. Bei “Welcome To My Life” waren viele Bilder auf der Leinwand zu sehen, die die Fans im Rahmen einer Fankaktion eingesandt hatten. Hiermit bedankte sich die Band auf schöne Art und Weise für die jahrelange Treue der Fan. Beim Song “Hurtsville” lief auf der Leinwand passend zur Aussage des Songs ein kleiner Film ab: man sah zuerst nur durch das Fenster eines Haus einen kleinen Fernseher, dann die verregneten Straßen und zum Schluss den verlassenen Ort im Ganzen. Stürmisch wurde es bei “Fairytale Gone Bad”, denn den Song konnte nahezu jeder mitsingen und es hielt keinen Zuschauer mehr auf seinem Platz. Die Halle verwandelte sich zu einer euphorischen Rock-Party. Zum Finale gab es den Mega-Hit “Hollywood Hills”, eingeleitet von einem Piano-Solo, der sich mittlerweile zu einer kleinen Hymne gemausert hat. Bei dieser Tour positiv zu bewerten: das neue Bühnenbild mit der Großbildleinwand, welches die gesamte Performance unterstützte. Im Fokus stand hierbei meist Samu Haber. Nicht zuletzt seiner Rolle als Juror bei “The Voice of Germany” 2013 kann er die neu errungene Popularität der Band verdanken. Samu Haber war als der große Gewinner aus der Show herausgegangen. Auch wenn Sunrise Avenue schon vorher sehr erfolgreich waren, hat die Band doch sehr stark von dem Format profitiert. Vorallem die langjährigen Fans mussten aufgrunddessen einige Einbußen erleiden. So fehlten die bisher immer dagewesen Coversongs und die vielen heiteren Sprüche des Frontmannes. Nichtsdestotrotz lieferten die Finnen eine solide und einwandfreie Show, mit der sie auch die restliche Republik begeistern werden.


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