Krach der Republik am Mindener Weserufer

Am 31.08.2013 wurde die ostwestfälische Stadt Minden zum Mittelpunkt von mehr als 40.000 Menschen aus ganz Deutschland. Der Grund: hier sollte eins der vier Zusatzkonzerte der ausverkauften “Krach der Republik”- Tour der erfolgreichen deutschen Rockband “Die Toten Hosen” stattfinden. Monatelang wurde das anstehende Event auf Kanzlers Weide am Weserurfer durchgeplant, um mögliche Risiken gering zu halten. Gerade für Konzerte in der Größenordnung muss dies bis ins kleinste Detail geschehen, um Katastrophen wie z.B. eine Massenpanik zu verhindern. Bei den Sicherheitsaspekten bedarf es einer Menge Punkte, die beachtet werden müssen: die Zufahrt, ausreichende Parkplätze, genug Personal (Ordner, Sanitäter, Feuerwehr), die Rettungswege usw. Selbst die Deutsche Bahn hat extra Züge eingerichtet, so dass die tausenden Besucher möglichst stressfrei an- und abreisen können. Das Gelände wurde in drei Bereiche durch die Errichtung von Wellenbrechern aufgeteilt. Die mögliche Personenanzahl in den beiden vorderen Bereichen war somit begrenzt und nur für die Besucher zugänglich, die früh genug erschienen. Für die Zuschauer in den hinteren Reihen wurde aber auch gesorgt: durch das Aufstellen von großen Monitoren und Boxen sollten auch diese voll auf ihre Kosten kommen. Diese waren auch für diejenigen Zaungäste sichtbar, die im Vorfeld keine Karten mehr bekommen hatten und sich nun rings um das Gelände platzierten. Der spätsommerliche Abend beginnt mit den Vorbands “The Computers”, “The Living End” und “The Donots”, die das perfekte Rock-Feeling verleihen. Vor allem “The Donots” aus Ibbenbüren bringen das Publikum in erste Wallungen, während der Frontmann ein Bad in der Menge genießt. Anschließend beginnt das langersehnte Open-Air-Konzert der Toten Hosen mit dem Song “Krach der Republik”. Die Düsseldorfer Rocker liefern Ihr komplettes Hit-Programm von “Bonny und Clyde” über “Zehn kleine Jägermeister” bis zu “Hier kommt Alex”. Sie sorgen mit insgesamt 30 Songs nebst 3 Zusagen für gute Stimmung. Richtig begeistert ist vor allem der ostwestfälische Teil des Publikums, als Sänger Campino “Schade, scheiße, wie kann das passier’n, wie konnten wir gegen Bielefeld verlier’n” anstimmt. Am Abend zuvor hatte seine Fortuna aus Düsseldorf eine 4:2 -Niederlage bei der Arminia aus Bielefeld kassiert. Beim Song “Tage wie dieser” feierten die Hosen zusammen mit den Fans eine riesige Konfetti-Party. Für die Zugaben kündigte Campino eine Pyro-Show á la Rammstein an, angezündet wurde aber lediglich ein Feuerzeug. Ergreifend wurde es beim letzten Song des Abends: “You’ll never walk alone” – die Fußball-Hymne schlecht hin, bei der sich alle Zuschauer glücklich in den Armen lagen und lauthals mitsangen. Anders als die Fortuna gingen die Düsseldorfer an diesem Abend als Gewinner vom Feld.

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