Blackout am Donnerstag Abend

Donnerstag, 14.11.2013, 20 Uhr. Blackout. Um die Uhrzeit schon? Ja, sicher. Denn Michael Mittermeier ist im Zuge seiner aktuellen Tour zu Gast in der Hamburger O2 World. Sein Comedy-Programm “Blackout” wollen rund 5000 Gäste sehen. Die Bühne ist nüchtern eingerichtet mit einer Art Gerüst und mehreren Bildschirmen. Bis das Hamburger Publikum warm wird, dauert es doch seine Zeit. Die Nordlichter hat man nicht so schnell auf seiner Seite. Passend hierzu Mittermeiers Schlussfolgerung über deutschen Humor, dieser sei nämlich nicht immer so positiv besetzt. Hierzu zählt er Sprüche auf wie “Witz komm raus, du bist umzingelt” oder “Humor ist, wenn man trotzdem lacht”. Die Lacher auf seiner Seite hat Mittermeier beim Thema Alkohol. Schließlich hat fast jeder, der schon mal zu viel gefeiert und getrunken hat, ein Blackout erlebt. Wobei das in der heutigen Zeit auch gar nicht mehr allzu schlimm sei, denn es gäbe ja Youtube. Auch das Münchner Oktoberfest verbirgt ein großes Risiko ein Blackout zu ‘erleiden’. Mittermeier, der selbst Bayer ist, kommt immer wieder auf das Oktoberfest zurück. Jeder der Zuschauer weiß nun, dass in Leberkäs weder Fleisch noch Käse enthalten ist. Eine Sache, Bayern betreffend, findet das Hamburger Publikum allerdings nicht so lustig: als Mittermeier auf den Videoleinwänden ein Bild des “Triples” (Meisterschale, DFB- und Champions-League-Pokal des FC Bayern München) einblenden lässt, erntet er Buhrufe und Pfiffe. Auch beim Lästern über die Kanzlerin Angela Merkel entgegnen ihm eher verhaltene Reaktionen. So bringt der Vergleich von Merkels Handhaltung mit dem weiblichen Geschlechtsteil nicht jeden Zuschauer zum Lachen. Nach der Hälfte der fast dreistündigen Show erlebt Mittermeier sein persönliches Blackout, als ihm eine Kontaktlinse verrutscht. Während er diese mit ein paar Handgriffen wieder an die richtige Stelle schiebt, überspielt er die Zwangspause mit einigen spontanen Gags. Hier bemerkt man vor allem seine über 25jährige Bühnenerfahrung, denn er kehrt perfekt wieder zum einstudierten Programm zurück. Man merkt, dass die Show komplett durchchoreografiert ist, jeder Satz ist bis ins letzte Detail geplant. Mimik und Gestik wirken kontrolliert. Mittermeier ist nicht mehr der große Zappelphillip der er einmal war. Er ist ein Profi, der sein Programm solide herunterspielt. Das kommt nicht bei jedem Zuschauer gut an, die Masse verlässt die O2 World aber mit einem Lächeln auf den Lippen.

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