Big Bad Boys auf Big Band Theory Tour

Seit den letzten Deutschlandkonzerten von Sunrise Avenue im Oktober 2012 sind mittlerweile mehr als 4 Monate vergangen. 4 Monate lang rätselten die Fans wie der neue Sound der finnischen Rock-Pop-Band wohl klingen wird, denn schon damals kündigten sie ihre Vision, ihre Big Band Theory, an. Nach einem Vorgeschmack Anfang Februar in Finnland startete die große Europatournee am 02.03.2013 in der Sparkassen-Arena in Kiel. Sie zieht sich durch Deutschland, die Niederlande, Luxemburg, die Schweiz, Österreich und Tschechien. Was unterscheidet nun den Big Band Sound von den originalen Sunrise Avenue Songs? Zum ersten die Anzahl Menschen auf der Bühne, denn Samu Haber, Riku Rajamaa, Sami Osala, Raul Ruutu und Osmo Ikonen holten sich Verstärkung mit ins Boot. Auch eine neue Lichtshow, die die Soloeinlagen der Künstler grandios unterstützt, sorgt für eine perfekte Stimmung. Die Outfits der Künstler runden das Bild ab. So trägt Sänger Samu Haber unter seinem Jacket ganz ungewohnt Hemd, Krawatte und Weste. Die Show beginnt mit einem Alarm aus Sirenen und einem ersten instrumentalen Vorgeschmack auf den Abend. Mit einem lauten „Please Welcome Mr. Samu Haber“ betritt dann auch der Sänger die Bühne und startet die Show mit einer swingenden Version des Songs „I gotta go“. Der folgende Song „I don’t dance“ läd alle bis dahin noch nicht wachgewordenen Zuschauer defintiv zum Mitklatschen ein, bevor es bei „Out of Tune“ schon ein wenig verruchter zugeht. Anschließend folgt eine Version des Songs „Angels on a Rampage“, bei dem vorallem die sensationelle Stimme von Samu Haber im Mittelpunkt steht. Teilweise akustisch lässt er hier alles raus, was er stimmlich zu bieten hat. Der gefühlvolle Song löst auch beim Publikum große Emotionen aus, so dass hier und da auch Tränen fließen. Das erste große Highlight folgt mit einer spanischen Version des Songs „Fairytale Gone Bad“. Dessen Zeilen kann sogar das Publikum mitsingen. Vorallem hier merkt man, wie ein Song durch neue Instrumente verändert werden kann. Mit der Message „Mach was du willst, hauptsache du bist dabei glücklich“ folgt der von den Fans sehr beliebte und schon lange vermisste Song „Happiness“. Beim anschließenden „Stormy end“ geht es wieder ruhiger zu und das ganze Publikum ist wieder im Bann von Haber’s außergewöhnlich schöner Stimme. Wild wird es wieder bei dem Song „6-0“, wo Haber mit seiner spritzig lustigen Art die Zuschauer zum mitmachen animiert. Es folgt die seit Jahren beliebte Version von „Destiny“, in dem die Finnen viele Coverversionen der verschiedensten anderen Songs zum Besten geben. Neu dabei: „Live and let die“ aus James Bond. Nach diesem Medley wird es wieder emotional. Den Hit „Hollywood Hills“ aus dem Jahr 2011 kann wohl jeder Zuschauer mitsingen, was Samu Haber jedesmal aufs Neue stark berührt und fast zu Tränen rührt. Es geht nun auf das Finale zu und die Band lässt nochmal Partystimmung aufkommen. Die Mädels im Publikum kreischen und staunen nicht schlecht, als der 36-jährige Mädchenschwarm Samu Haber bei „Nasty“ seine Hüften kreisen lässt und die ein oder andere sexy Bewegung macht. Gekröhnt wird dies nur noch von einem Cover des Songs „Everybody needs somebody“ der Blues Brothers, bei dem die männlichen Zuschauer zu einem tiefen „Uuuuh“ und die weiblichen Zuschauer zu einem hohen „Aaaah“ animiert werden. Wie lässt sich so ein Abend voller Emotionen zusammenfassen? Nicht jeder hat es erwartet, doch bis auf wenige Ausnahmen sind die Zuschauer überwältigt. Rockmusik gepaart mit einer überragenden Big Band, ein wenig Jazz, ein wenig Reggae, etwas Swing, spanische und afrikanische Einflüsse, teilweise sehr emotionale Balladen, teilweise zum Mitfeiern, und die richtige Optik dazu – das Experiment „Big Band Theory“ ist defintiv gelungen. Wie zu erwarten gab es dazu eine gutgelaunte Band, die alles dafür tut, um dem Publikum einzigartige Abende zu bescheren. Mitreißend auch wieder Samu Haber, der mit seinen Sprüchen für viele Lacher sorgt. Verzaubert vom neuen Sunrise Avenue Gewand ist das Publikum in jeder Stadt. Ob es große Konzerthallen wie in Kiel oder Braunschweig, Diskotheken wie in Bremen, bestuhlte Sääle wie in Essen oder intime Clubs in Amsterdam verlässt – so ziemlich jeder Gast hat dabei ein Lächeln auf dem Gesicht. Und das war alles, was die Finnen erreichen wollten, nämlich ein bisschen „Happiness“.

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